Welche Absturzsicherungen sind vorgeschrieben?

15/9/2015

Welche Absturzsicherungen sind vorgeschrieben?

Es gibt zahlreiche Absturzsicherungen: Von Umwehrungen im Kollektivschutz über Anschlagpunkte und Seilsicherungen im Individualschutz bis hin zur persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA). Doch welche Absturzsicherungen sind vorgeschrieben und wie wird entschieden, welche Absturzsicherungsmaßnahmen die Richtigen sind? Die DGUV Information 201-057 „Maßnahmen zum Schutz gegen Absturz bei Bauarbeiten“ gibt eine Handlungshilfe.

 

Gefährdungsbeurteilung

Absturzgefahr besteht bereits ab einem Meter Höhe und muss in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Bei der Gefährdungsbeurteilung wird das Gefährdungspotential aufgezeigt, um entsprechende Schutzmaßnahmen zu definieren.

Zu den Kriterien bei der Gefährdungsbeurteilung gehören u.a. Absturzhöhe; körperliche Belastung; Abstand von der Absturzkante; die Beschaffenheit von Standplatz, Standfläche, Arbeitsumgebung; Witterungseinflüsse sowie die Beschaffenheit von der Arbeitsfläche in Bezug auf Öffnungen in Böden, Vertiefungen, Decken und Dachflächen. Weiterhin müssen unabhängig von der Höhe Absturzsicherungen an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen angebracht werden, die sich an oder über Wasser bzw. flüssigen Stoffen befinden.

 

Rangfolge der zu treffenden Absturzsicherungsmaßnahmen

Nachdem die Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wurde, müssen die richtigen Maßnahmen zum Schutz gegen Absturz getroffen werden. Dabei gilt laut der DGUV Information 201-057 die folgende Rangfolge von Maßnahmen:
1 Absturzsicherungen – 2 Auffangeinrichtungen – 3 PSAgA

 

1) Absturzsicherungen

Kollektivschutz ist dem individuellen Gefahrenschutz immer vorzuziehen. Dies gilt nicht nur für Umwehrungen zum Beispiel am Dachrand, sondern auch bei der Sicherung von Öffnungen, wie zum Beispiel Lichtkuppeln.

Übersicht: kollektive Absturzsicherungen Kee Safety

 

2) Auffangeinrichtungen

Sollten Kollektivschutzmaßnahmen infolge betriebstechnischer Gründe nicht möglich sein, müssen Auffangeinrichtungen, wie Seilsicherungs- oder Anschlagsysteme, montiert werden. Als Individualschutz auf Flachdächern empfiehlt Kee Safety den freistehenden Anschlagpunkt KEE ANCHOR. Mit diesem werden Auffangsicherungen, Seilsysteme sowie Abseilsysteme ermöglicht.

Übersicht: Absturzsicherungen für den Individualschutz Kee Safety

 

3) Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz

Nur wenn die Einrichtung von Absturzsicherungen und Auffangeinrichtungen unmöglich ist, müssen persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA) entsprechend der Gefährdungsbeurteilung verwendet werden. Voraussetzungen zur Nutzung von PSAgA sind das Vorhandensein geeigneter Anschlageinrichtungen, eine entsprechende Einweisung zur Nutzung der PSAgA sowie der Durchführung entsprechender Schutzmaßnahmen.

 

Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) (Hrsg.): DGUV Information 201-057. Maßnahmen zum Schutz gegen Absturz bei Bauarbeiten Online im Internet: URL: http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/201-057.pdf (Stand: 15.09.2015)

 

Haftung

Der Vorgesetze ist dafür verantwortlich, dass all die Dacharbeiter und auch Leiharbeiter nicht zu Schaden kommen. Fallbeispiele dazu finden Sie in der Rubrik: „Aktuelles“, u.a.:

Absturz vom Dach: Wer haftet bei unzureichenden Sicherungsmaßnahmen? und

Leiharbeiter stürzt vom Dach: Bauleiter wird zu 1 Million Euro Schadensersatz verurteilt