Barrierefreies Deutschland?

10/6/2015

Barrierefreies Deutschland?

Im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) wird in §1 das folgende Gesetzesziel festgelegt:

„Ziel dieses Gesetzes ist es, die Benachteiligung von behinderten Menschen zu beseitigen und zu verhindern sowie die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft zu gewährleisten und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Dabei wird besonderen Bedürfnissen Rechnung getragen.“

Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz – BGG). URL: http://www.gesetze-im-internet.de/bgg/BJNR146800002.html (Textnachweis ab 01.05.2002/ Stand: 09.06.2015)

 

 

 

Haben wirklich alle behinderten Menschen die gleichberechtigte Teilhabe am Leben?

Weltweit gibt es ca. 85 Millionen Rollstuhlfahrer, davon 1.6 Mio. in Deutschland. Hinzu kommt, dass zurzeit 4,8 Millionen Menschen in Deutschland einen Rollator benutzen.  
Quelle: Wheelmap.org (Hrsg.): Presse. Online im Internet: URL: http://wheelmap.org/about/presse (Stand: 09.06.2015) 

In alltäglichen Situationen stehen behinderte Menschen oft vor Problemen. Bei einer Verabredung mit Freunden kann es passieren, dass der Rollstuhlfahrer keinen behindertengerechten Zugang hat und (ohne Hilfe) nicht in die Bar oder in das Restaurant reinkommt. Zudem ist es schwierig, wenn eine Person, die keine Treppen hochgehen kann, krank wird. Christiane Link kritisiert in Ihrem Beitrag „Rollstuhlfahrer dürfen keine Zahnschmerzen haben“, dass nur 15 % der Arztpraxen von Zahnmedizinern und Kieferchirurgen in Deutschland barrierefrei seien. Bei Allgemeinmedizinern sind es 22%. Christiane Link stellt die Frage, inwieweit nicht barrierefreie Gesundheitssysteme auch für die Zukunft tragbar sein sollen:

„Wie soll dieses nicht barrierefreie Gesundheitssystem in Zukunft mit den vielen älteren Menschen klar kommen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind? Sollen die alle Hausbesuche kriegen? Wie sollen die in die 85 Prozent der Zahnarztpraxen kommen, die nicht zugänglich sind? Wie zu den 78 Prozent der nicht zugänglichen Allgemeinmediziner? Die Leute haben Jahrzehnte ins System einbezahlt, um am Ende vor Stufen zu stehen, die sie nicht mehr hochkommen.“

Quelle: Link, Christiane (01.08.2014): Rollstuhlfahrer dürfen keine Zahnschmerzen haben. Herausgegeben von Zeit Online. Online im Internet: URL: http://blog.zeit.de/stufenlos/2014/08/01/rollstuhlfahrer-duerfen-keine-zahnschmerzen-haben/ (Stand: 09.06.2015)

Daraus folgt, dass diejenigen, denen es nicht möglich ist, Treppen oder Stufen zu überwinden, nicht die Möglichkeit haben, ihren Arzt nach Sympathie, Kompetenz oder Lage auszuwählen, sondern hauptsächlich nach dem Kriterium Barrierefreiheit.

 

Behindertenrechtskonvention

Die UN-Behindertenrechtskonvention verstärkt den Druck auf Deutschland. Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist am 3. Mai 2008 in Kraft getreten. Das Ziel ist es, Barrieren für Betroffene abzubauen und die Einstellung der Öffentlichkeit zu Menschen mit Behinderungen zu ändern. In Deutschland muss dieses Abkommen auf Landesebene Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Quelle: Behindertenrechtskonvention.info (Hrsg.): UN-Behindertenrechtskonvention: Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Online im Internet: URL: http://www.behindertenrechtskonvention.info/) (Stand: 09.06.2015)

 

Rollstuhlgerechte Orte auf Wheelmap

Da es noch immer zahlreiche Örtlichkeiten ohne barrierefreien Zugang gibt, schafft das Projekt Wheelmap Abhilfe. Es wurde im Jahr 2004 von den Sozialhelden ins Leben gerufen. Die Sozialhelden sind eine Gruppe von engagierten Menschen, die auf soziale Probleme aufmerksam machen. Auf Wheelmap kann jede Person Orte markieren, um Auskunft darüber zu geben, ob sie „Rollstuhlgerecht“ (Grün), „Eingeschränkt Rollstuhlgerecht“ (orange) oder „Nicht Rollstuhlgerecht“ (rot) sind. Zudem können Fotos und Notizen zu dem Ort hochgeladen werden. Zurzeit ist Wheelmap die umfangreichste Datensammlung zur Rollstuhlgerechtigkeit öffentlicher Orte und steht in 22 Sprachen zur Verfügung. Es wurden bereits über eine halbe Million Orte nach Rollstuhlgerechtigkeit markiert.

Achten Sie bei Ihren nächsten Ausflügen stärker auf die barrierefreien Zugänge - Vielleicht entdecken Sie auch die KEE ACCESS Rohrverbinder für barrierefreie Zugänge von Kee Safety. Auf Wheelmap können Sie dann gleich die Orte eintragen und nach ihrer Zugänglichkeit bewerten. Unterstützen Sie das Projekt Wheelmap!

Quelle: Wheelmap.org (Hrsg.): Was ist Wheelmap.org? Online im Internet: URL: http://wheelmap.org/about/ (Stand: 09.06.2015)

 

Bilder zu barrierefreien Zugängen finden Sie in unseren Lösungen barrierefreier Zugänge!

Rollstuhlgerechte Geländer